Preisträger (1998)

Casting Preis für Heta Mantscheff 1998

Beim internationalen Fernsehfest Köln (Cologne Conference) wird seit 1997 ein Preis für Casting-Leistungen verliehen. Mit diesem Preis soll die Arbeit von Casting-Fachleuten in Deutschland bei der Besetzung von Filmen und Serien gewürdigt werden, die trotz ihrer großen Bedeutung kaum die öffentliche Aufmerksamkeit gefunden hat, die ihr gebührt. Erste Preisträgerin war im vergangenen Jahr An Dorthe Braker.

Den Casting-Preis 1998 erhält Heta Mantscheff, die für die Besetzung von Publikumserfolgen wie STADTGESPRÄCH (Regie: Rainer Kaufmann) und SCHICKSALSSPIEL (Bernd Schadewald) verantwortlich war. Mit ihrer Casting-Arbeit hat sie in besonderer Weise zur Qualität von Fernsehfilmen wie LANDGANG FÜR RINGO (Regie: Lars Becker) und WOANDERS SCHEINT NACHTS DIE SONNE beigetragen. Eine langjährige Kooperation verbindet Heta Mantscheff und den Grimme-Preisträger Bernd Schadewald, dafür stehen – neben SCHICKSALSSPIEL – auch vielbeachtete Produktionen wie ANGST und KINDER DES SATANS.

Der Casting-Preis wird an Heta Mantscheff vor allem für ihre Zusammenarbeit mit Heinrich Breloer beim TV-Zweiteiler TODESSPIEL verliehen. TODESSPIEL steht für hohe Publikumsresonanz, kontroverse politische Debatten und lange nachwirkende schauspielerische Leistungen – die auch und gerade auf Heta Mantscheffs Casting beruhen.

Überdies hat sich Heta Mantscheff, die den direkten Kontakt mit jungen Schauspielern und die klassische Kartei-Arbeit moderner Computerverwaltung vorzieht, mit Erfolg auf dem internationalen Parkett bewegt – so beim deutschen Casting für Emir Kusturicas UNDERGROUND oder aktuell bei THE BLOND BABOON für Dick Maas.

Die Preiträgerin lebt und arbeitet in Hamburg, ist studierte Germanistin und Politologin, hat als Theaterschauspielerin gearbeitet und vier Jahre lang das Hamburger »Low Budget Film Festival« mitorganisiert. Seit 1992 betreibt sie ihr eigenes Casting-Büro.

Das Internationale Fernsehfest Köln gratuliert Heta Mantscheff.


Produzenten-Preis 1998 für Jakob Claussen & Thomas Wöbke

Beim Internationalen Fernsehfest Köln (Cologne Conference) wird in diesem Jahr erstmals ein Preis für die kreativen und organisatorischen Leistungen von Produzenten verliehen. Mit der Auszeichnung sollen Produzenten des deutschen Sprachraums gewürdigt werden, die sich besonders durch die Erstellung qualitativ hochwertiger, origineller und publikumswirksamer Arbeiten ausgezeichnet haben.

Den Produzenten-Preis ’98 erhalten Jakob Claussen und Thomas Wöbke, die mit ihrem 1992 gegründeten, gemeinsamen Unternehmen paradigmatisch den Weg für jüngere Produzenten gewiesen haben, indem sie Stoffe jenseits des deutschen Mainstream-Kinos in herausragende Filmprojekte verwandelten. Dafür steht vor allem JENSEITS DER STILLE (Regie: Caroline Link), der für den Oscar als bester ausländischer Film nominiert wurde, und (nicht zu vergessen) annähernd zwei Millionen Besucher in die Kinos lockte. NACH FÜNF IM URWALD (1996) zeigte das Talent der jungen Schauspielerin Franca Potente (dafür gab es den Bayerischen Filmpreis), für das ZDF-Fernsehspiel NUR FÜR EINE NACHT erhielten Hans Christian Schmid und Michael Gutman Grimme-Preise für Regie und Drehbuch. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet die Produzenten Claussen & Wöbke mit dem Regisseur Rainer Kaufmann – von dem auch international vielbachteten Kurzfilm-Debut DER SCHÖNSTE BUSEN DER WELT bis hin zu zwei neuen Kinofilmen Kaufmanns, die sich in der Entwicklung befinden.

Jakob Claussen und Thomas Wöbke haben vor der Gründung ihrer Firma vielfältige und – im besten Sinne – moderne Medienkarrieren gemacht. Jakob Claussen, geobren 1961 in Frankfurt/M., ist gelernter Industriekaufmann, hat früh bei Rob Houwer in Amsterdam und bei der Bavaria gerbeitet, studierte an der HFF München und wurde dort Herstellungsleiter von zahlreichen Filmprojekten; Thomas Wöbke, geboren 1962 in München, war Herausgeber des Münchener Stadtmagazins »Schwätzer«, arbeitete für Jugendsendungen des Bayerischen Rundfunks und des ZDF und entwickelte eine wöchentliche Kino-Sendung für Pro Sieben.

Daß sich Claussen & Wöbke schon in jüngeren Jahren bewußt für die Profession des Produzenten entschieden (und dies auch noch selbständig), ist bis heute die Ausnahme in einer mitunter starren und wenig flexiblen Produktionslandschaft geblieben. Die Auszeichung für ihre hervorragende Produzentenleistung soll auch die Auftraggeber und Förderer ermutigen, solche Entscheidungen für den Beruf des Produzenten zu erleichtern und zu ermöglichen.

Das Internationale Fernsehfest Köln gratuliert Jakob Claussen und Thomas Wöbke.