Preisträger (1999)

Casting-Preis 1999 für Nessie Nesslauer

Beim Internationalen Fernseh- und Filmfest Köln (Cologne Conference) wird seit 1997 ein Preis für Casting-Leistungen in Deutschland verliehen. Mit dieser Auszeichnung soll die Arbeit von Casting-Fachleuten bei der Besetzung von Filmen und Serien gewürdigt werden, die trotz ihrer großen Bedeutung kaum die (branchen-)öffentliche Aufmerksamkeit gefunden hat, die ihr gebührt. Die ersten Preisträgerinnen waren An Dorthe Braker und Heta Mantscheff.

Den Casting-Preis 1999 erhält Nessie Nesslauer, die für die Besetzung von so aufsehenerregenden Poduktionen wie NACH FÜNF IM URWALD (Regie: Hans-Christian Schmid) oder JENSEITS DER STILLE (Regie: Caroline Link) verantwortlich war. Sie hat sich zuerst auf das schwierige Feld des Kinder- und Jugendcastings spezialisiert, in dem aber auch besonders glückhafte Momente zu erleben sind – wenn man Entdeckungen macht, die für lange Zeit nachwirken. An den Erfolgen von PÜNKTCHEN UND ANTON (wiederum unter der Regie von Caroline Link) sowie den preisgekrönten Fernsehstücken NUR FÜR EINE NACHT (Regie: Michael Gutmann) und DER NEFFE (Regie: Gabriela Zerhau) hat Nessie Nesslauer großen Anteil.

Sie hat in den vergangenen Jahren sehr intensiv mit den Produzenten Jakob Claussen und Thomas Wöbke zusammengerbeitet, ungewöhnlich erfolgreiches Teamwork in jeder Hinsicht; Franka Potentes Karriere als Kinostar begann mit NACH FÜNF IM URWALD – ein direktes Ergebnis des genauen Blicks von Nessie Nesslauer für durchsetzungsfähige Talente. Zur Zeit besetzt Nessie Nesslauer die Verfilmung von »Crazy«, nach dem frühen Roman-Hit von Benjamin Lebert, wieder für Claussen & Wöbke.

Die geborene Münchenerin hat vier Jahre lang das erste vegetarische Fastfood-Restaurant in der bayerischen Metropole betrieben, dann ganz vielfältig -von der Aufnahmeleitung über Regieassistenzen bis hin zu eigenen Dokumentationen – die Film- und Fernsehwelt kennengelernt, bevor sie 1994 als Casterin zu Claussen & Wöbke kam. 1996 gründete sie ihre eigene Casting-Agentur in München.

Die Cologne Conference gratuliert Nessie Nesslauer zum Casting-Preis 1999.


Produzenten-Preis 1999 für Jutta Lieck-Klenke

Beim Internationalen Fernseh- und Filmfest Köln (Cologne Conference) wird seit dem vergangenen Jahr ein Preis für die kreativen und organisatorischen Leistungen von Produzenten verliehen. Mit der Auszeichnung sollen Produzenten des deutschen Sprachraums gewürdigt werden, die sich besonders durch qualitativ hochwertige, orginelle und publikumswirksame Projekte ausgezeichnet haben.

Der Produzenten-Preis 1999 geht an Jutta Lieck-Klenke, deren Arbeit für jene Qualität im Populären steht, die das Medium Fernsehen auf die Höhe seiner Leistungsmöglichkeiten führt. Nahezu jeder Fernsehzuschauer in Deutschland wird – und dies gleich mehrfach – den ebenso auffälligen wie sorgsam betreuten Projekten von Jutta Lieck aus der Qualitätsschmiede Trebitsch begegnet sein – sei es der Serie GIRL FRIENDS, gedreht nach den famosen Büchern von Christian Pfannenschmid, oder dem Mehrteiler BELLA BLOCK mit Hannelore Hoger in der Hauptrolle. Für diese ZDF-Fernsehfilme, die sich an den besten britischen Traditionen unterkühlter und doch emotionaler Psychokrimis orientieren, gewann Jutta Lieck so profilierte Regisseure wie Max Färberböck, Erwin Keusch, Markus Imboden oder Christian Görlitz.

Jutta Lieck, geboren in Essen, hat schon im Studium Wirtschafts- und Theaterwissenschaften und Germanistik zusammengebracht. Sie ist diplomierte Volkswirtin und war neun Jahre lang Lektorin und Herausgeberin der Jugendbuch-Reihe »panther« bei Rowohlt. 1987 wurde sie Dramaturgin und Producerin bei Trebitsch in Hamburg, seit 1996 ist sie dort auch in der Geschäftsführung, zusammen mit Katharina Trebitsch.

Jutta Lieck hat das Glück, das ihre Filmographie gleich mit zwei vielgelobten Kinder- und Jugendserien beginnt (Arendt Agthes BRAUSEPULVER und WUNDERJAHRE, jeweils ZDF), aber es ist eben nicht nur Produzenten-Glück, daß sie das Niveau der von ihr betreuten Projekte konstant hoch halten konnte, bis hin zur neuen Verfilmung des Ingrid-Noll-Romans DER HAHN IST TOT, die demnächst im ZDF zu sehen sein wird. Bei Jutta Lieck kommt ein klarer Blick für die Produktionsmöglichkeiten mit der Erkenntnis zusammen, daß man als Produzentin zwar um die aktuellen Trends und und Branchenpolitiken wissen sollte, ihnen aber auch nicht immer auf den Leim gehen muß.

Die Cologne Conference gratuliert Jutta Lieck-Klenke zum Produzenten-Preis 1999.


TV Spielfilm-Preis 2000

Der seit 1998 verliehene TV Spielfilm-Preis geht dieses Jahr an den Festivalbeitrag DYBT VAND von Ole Bornedal. Mit dem Preis sollen vor allem jüngere Fernseh- und Filmarbeiten gewürdigt werden.

Die Cologne Conference gratuliert dem Preisträger.