Kevin Macdonald

phoenix Preis

Kevin Macdonald

Es gibt Spielfilmregisseure, die sich mal an einer Doku versuchen und Dokumentarregisseure, die in den Spielfilm wollen, aber Kevin Macdonald ist Mitglied einer ganz seltenen Spezies: Ein Filmemacher, der scheinbar gleichberechtigt und abwechselnd im Fiction- und im Dokubereich arbeitet – und in beiden Welten Preise, Lob und Erfolg anhäuft. Der geborene Schotte kommt aus einer echten Filmfamilie, und so ist es kein Wunder, dass seine ersten Dokumentarfilme Portraits von vergangenen Filmgrößen wie Howard Hawks, Donald Cammell oder seinem Großvater, dem legendären Emeric Pressburger waren. Während er sich immer eine Vorliebe für komplexe Showbiz-Figuren behalten hat, wie Mick Jagger (BEING MICK), Bob Marley (MARLEY) oder Whitney Houston, die er in seinem derzeitigen Dokuprojekt behandelt, war es sein Schwenk zu zeitgeschichtlichen Themen wie dem Kindertransport oder den Olympia-Attentaten in München 1972, die ihm den Durchbruch – und einen Oscar – für ONE DAY IN SEPTEMBER einbrachten. Nach der spektakulären Bergsteiger-Doku TOUCHING THE VOID, für die er neben dem BAFTA zahlreiche Preise erhielt, wechselte Macdonald überraschend zum Spielfilm und schuf mit THE LAST KING OF SCOTLAND, STATE OF PLAY und HOW I LIVE NOW gleich eine ganze Reihe preisgekrönter Werke – ohne seine weiterhin blühende Dokumentarkarriere darüber zu vernachlässigen.

Der mit 10.000 Euro dotierte phoenix Preis wird vom deutschen Fernsehsender phoenix gestiftet und zeichnet einen international prägenden Künstler aus dem Bereich Film oder Fernsehen aus.


Preisträger der vergangenen Jahre:

2016     Pieter-Jan De Pue
2015     Joshua Oppenheimer