The German TV Market Inside Out.

Dienstag, 16. Juni, 09.30–17.00 Uhr


in Zusammenarbeit mit Price Waterhouse


Mergers und Übernahmen, Koproduktionen und Kofinanzierung: In der Medienindustrie hält der Globalisierungstrend an. Mehr und mehr internationale Medienunternehmen engagieren sich in Deutschland – mit höchst unterschiedlichem Erfolg. Nicht nur unbekannte Kleininvestoren, sondern auch namhafte nordamerikanische Medienunternehmen haben ihre Schwierigkeiten mit dem zweitgrößten TV-Markt der Welt, seinen kulturellen und mentalen Besonderheiten, seiner komplexen föderalen Regulierung und dem dichten Marktverhältnissen überhaupt: Neben starken öffentlich-rechtlichen Sendern sind sechs private Vollprogramme am Markt. Das Angebot an Pay-TV und Spartenkanälen ist demzufolge unterentwickelt, der Start des digitalen Fernsehens verläuft nicht erst seit dem Verbot der Bertelsmann-Kirch Allianz schleppend.
Wo früher durch langfristige Output-Deals vor allem US-Ware versendet wurde, hat sich längst eine Wende hin zur Eigenproduktion vollzogen, von der Daily Soap bis zum TV-Movie heißt der Trend »Made in Germany«. Seit der Zulassung privater Sender konnten sich neue Medienstandorte etablieren, Nordrhein-Westfalen rückte im Bereich Fernsehproduktionen vor traditionelle Hochburgen wie Hamburg, Berlin und München. Doch Medienpolitik wird in Deutschland als Standortpolitik betrieben, Städte und Regionen konkurrieren heftig, übergreifende Konzepte haben wenig Chancen.
Neben Zuschauern und Einschaltquoten rückt jetzt zusätzlich der Kurszettel ins Bild, Medienunternehmen müssen auch an der Börse bestehen. Der Sender ProSieben machte 1997 den Anfang. Das Wohl der Aktionäre, der Shareholder Value wird so wesentlicher Erfolgsfaktor auch in der Medienindustrie. Bisher Stand das Reizwort für kurzfristige Gewinnmaximierung und Arbeitsplatzvernichtung. Zu Unrecht, wie die internationale Unternehmensberatung Price Waterhouse nachweisen will: Wertorientiertes Management steigere nicht nur den Börsenkurs, sondern schaffe noch Arbeitsplätze, auch in der Medienindustrie. Unstrittig ist: Programmanbieter müssen ihr jeweiliges Profil schärfen und am Zuschauermarkt etablieren, andererseits müssen sie auch kostengünstig arbeiten. Wie sich solche Strategien auf Programmqualität und -vielfalt auswirken, muß sich noch zeigen. Vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender machen unter Slogans wie »Für die Gesellschaft – nicht nur für die Gesellschafter« bereits gegen Shareholder Value Front. In Zusammenarbeit mit Price Waterhouse bietet das Seminar einen kompakten Überblick über den deutschen Fernsehmarkt vor allem für internationale Medienprofis.

9.30-10.00 Uhr, Einleitungsreferat
Internationale Trends: Think Local, Act Global
Claudio Wieland, Partner, Price Waterhouse Corporate Finance Beratung GmbH, Berlin

10.00-11.15 Uhr, kurze Überblicksreferate
Der deutsche TV-Markt. Facts, Figures, Mentalitäten
Prof. Dr. Georg Feil, Geschäftsführer, Colonia Media, Köln

Programmbedarf
Markus Schächter, Programmdirektor, ZDF, Mainz
Volker Szezinski, Leiter Programmplanung, SAT.1, Berlin

Medienstandorte
Frank Thomsen, Medienredaktion, Stern, Hamburg

11.15-11.30 Uhr, Kaffeepause

11.30-12.30 Uhr, Statements und Podium
Internationale Erfahrungen im deutschen TV-Markt

Moderation: Sharon Swart, European Editor Special Reports, Variety, London

Jean-Michel Ciszewski, President, Alliance Television International, London
Olivier-René Veillon, General Manager, TV France International, Paris
Andrea Wonfor, Joint Managing Director, Granada Productions, Manchester
Sandra Kresch, Partner, EMC, Price Waterhouse, New York
Christian Rottmann, Geschäftsführer, Endemol Entertainment, Köln

12.30-14.00 Uhr, Mittagspause

14.00-14.30 Uhr, Keynote
»Survival of the Fittest?«
Greg Dyke, CEO, Pearson Television, London

14.30-15.00 Uhr, Keynote
Shareholder Value in Entertainment and Media in Germany
Andreas Hanitsch, Managing Partner EMC, Price Waterhouse, Düsseldorf

15.00-15.30 Uhr, Kaffeepause

15.30-16.00 Uhr
Zwischen Aktienkurs und Quote
Lothar Lanz, Mitglied des Vorstands, ProSieben Media AG, Unterföhring

16.00-17.00 Uhr, Podium
Shareholder Value vs. Programm?
Jan Körbelin, Programmdirektor, ProSieben, Unterföhring
Prof. Dr. Hansjürgen Rosenbauer, Intendant, ORB, Potsdam
Hans Mahr, Chefredakteur, RTL Television, Köln
Andreas Hanitsch, Managing Partner EMC, Price Waterhouse, Düsseldorf
Wolf Bauer, Vorsitzender der Geschäftsführung, Ufa Film & TV Produktion, Potsdam Babelsberg