Globale Nachrichten

Montag, 14. Juni, 14.00–18.00 Uhr


In Zusammenarbeit mit dem ZDF


BBC World, CNBC, Bloomberg Television, Sky News und immer wieder CNN: Internationale Nachrichtensender, vor zehn Jahren noch eine Marginalie im TV-Angebot, sind aus dem heutigen Fernsehalltag nicht mehr wegzudenken. Allen voran Ted Turners Cable News Network hat Maßstäbe gesetzt, spätestens seit dem ersten Golfkrieg gilt CNN als zwar umstrittenes, aber letztlich verläßliches Frühwarnsystem.
»Breaking News« lassen die Zuschauer teilhaben an sich gerade erst entwickelnden Ereignisse, Expertenrunden im Studio liefern Hintergründe – und überbrücken ereignislose Stunden im Programm. Der Anspruch, nicht erst auf bestimmte Ereignisse zu reagieren, sondern von Anfang an live dabei zu sein, ist längst nicht mehr auf CNN oder die anderen News Channels beschränkt, sondern wird auch von klassischen Nachrichtensendungen in Vollprogrammen angestrebt. Sind keine eigenen Korrespondenten am Ort des Geschehens, wird dabei gerne auf die Live-Feeds von CNN zurückgegriffen. Die Ausdünnung der internationalen Korrespondentennetze gerade bei den großen US-Networks beschleunigt diese Entwicklung.
Während bei klassischen Nachrichtensendungen eine Vielzahl von Ereignissen um einen Platz im auf 15 bis 30 Minuten begrenzten Programm konkurriert, stehen die News-Channels vor der Notwendigkeit, rund im die Uhr Neues zu senden. Verschiebungen bei den Kriterien, was unter diesen Bedingungen nachrichtenwürdig ist, sind so unausweichlich. Das »Breaking-News«-Konzept begünstigt dabei vor allem planbare Ereignisse. Als die Clinton-Lewinsky-Affäre in der amerikanischen Öffentlichkeit längst ihren Stellenwert als Top-News eingebüßt hatte, übertrugen die Nachrichtensender die Hearings und Debatten über das Amtsenthebungsverfahren stoisch in voller Länge.

In Deutschland sind inklusive des öffentlich-rechtlichen Ereigniskanals Phoenix zur Zeit bis zu sieben Nachrichtenkanäle auf Sendung, die Pro Sieben Media AG hat für 1999/2000 einen weiteren News-Channel (Arbeitstitel N 24) angekündigt. Das Nutzungsverhalten der Zuschauer entzieht sich dabei weitestgehend der klassischen Quotenmessung, in Krisensituationen sowie in Sachen Glaubwürdigkeit liegen nach Umfragen regelmäßig die klassischen Nachrichtensendungen von ARD zu ZDF vorn.

Neben »Global News« rücken bei fast allen Nachrichtenkanälen Wirtschafts- und Finanznachrichten in den Vordergrund und sollen langfristig den Erfolg sichern: CNN gründete einen eigenen Wirtschafts- und Finanzkanals (CNNfn), Bloomberg Television hat seit 1996 in Europa fünf Kanäle in den jeweiligen Landessprachen gestartet (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien) und mit dem geteilten Bildschirm die Trennung von Werbung und redaktionellem Programm aufgehoben. Auch CNN hat 1998 deutschsprachige Programmfenster eingeführt, zudem ist der CNN-Mutterkonzern Time Warner gelichzeitig Hauptgesellschafter bei n-tv. Euronews, 1997 mehrheitlich vom britischen TV-Nachrichtenlieferanten ITN übernommen, sendet jetzt erstmals mit deutscher Beteiligung. Der Sender kooperiert seit Mai 1999 mit dem ZDF und übernimmt die Sendung »heute journal«.

14.00-14.30 Uhr, Keynote
Michael Tracey, Director, Center for Mass Media Research, University of Colorado, Boulder

14.30-15.00 Uhr, Referat
USA Today: Strategien und Trends im US-Nachrichtenmarkt
Howard Kurtz, Media Editor, The Washington Post, Washington

15.00-15.30 Uhr
Breaking News – CNN in the 21st Century
Tony Maddox, Managing Editor, CNN International, London

15.30-16.00 Uhr, Presentation/Referat
From TV News to Web News: Nachrichtenkanäle im Internet
George Leclere, Executive Director, The International Council, NATAS, New York

16.00-16.30 Uhr Kaffeepause

16.30-18.00 Uhr, Kurz-Präsentationen und Abschlußdiskussion
News means Business: Deutsche Nachrichten und ihre Kanäle
Klaus Bresser, Chefredakteur, ZDF, Mainz
Ken Jautz, Geschäftsführer n-tv, Berlin
Ulrich Ende, Nachrichtenchef, Pro Sieben Media AG, Unterföhring
Stewart Purvis, Präsident, Euronews, Lyon
Katherine Oliver, Managing Director, Bloomberg Europe, London
Dr. Bernd Wabnitz, Redaktionsleiter ARD aktuell, Hamburg