Made in Britain – Der britische TV-Markt als Modell für Europa

Dienstag, 15. Juni, 09.30–17.00 Uhr


In Zusammenarbeit mit PricewaterhouseCoopers


Der britische Fernsehmarkt gilt als einer der dynamischsten und modernsten in Europa: Der Ruf der öffentlich-rechtlichen BBC ist legendär, im werbefinanzierten Bereich setzen die ITV-Sender und Channel 4 Maßstäbe in Sachen Profitabilität und Programmqualität. Channel 4 hat zudem als dezidiert auf innovatives Fernsehen und die Abdeckung von Minderhheiteninteressen verpflichtetes Programm gezeigt, daß anspruchsvolles Qualitätsfernsehen sehr wohl kommerziell erfolgreich sein kann – und nebenbei erheblich zum Aufbau einer unabhängigen TV-Produktionswirtschaft in Großbritannien beigetragen.

BSkyB gehört mit seinen rund 30 analogen Kanälen zu den erfolgreichsten Pay-TV-Angeboten der Welt, auch der Start ins digitale Zeitalter scheint dem mehrheitlich zu Rupert Murdochs News Corporation gehörenden Sender geglückt zu sein. Anders als in Deutschland wird in Großbritannien dem terrestrischen Digitalfernsehen große Bedeutung beigemessen, auch wenn der Start des ersten über die Antenne empfangbaren Programmbouquets, On Digital, nicht ganz so glatt lief wie verhofft.

Die britische Medienpolitik hat – zumal nach dem Regierungswechsel von 1997 -erheblichen Einfluß auf diese Entwicklung. Bereits unter der konservativen Regierung wurde durch den Abbau gesetzlicher Beschränkungen, z.B. bei der Konzentrationskontrolle, die Konsolidierung der ITV-Senderlandschaft vorangetrieben. Anders als in Deutschland kontrollieren aber nicht nur zwei Medienkonzerne den überwiegenden Teil der privaten TV-Anbieter. Vielmehr stehen mit Granada Media, Pearson Television, Carlton Communications, BSkyB und United News & Media eine Vielzahl von Unternehmen in einem gesunden Wettbewerb.

Mit gezielter Förderung des »Creative Britain« verfolgt die britische New Labour Regierung ein Konzept, daß der Medienindustrie eine Schlüsselstellung in den kommenden Jahren beimißt: »Gerade die Industrien, deren Erfolg auf kreativen Leistungen und intellektuellen Fähigkeiten beruhen – Medien, Design, Film – werden das Wachstum, die Arbeitsplätze und unseren internationalen Erfolg in den kommenden Jahren sicherstellen«, so der britische Medienminister Chris Smith. Konkreter Ausdruck dieser Politik sind die laufenden Aktivitäten zur Förderung des Absatzes britischer TV- und Filmproduktionen im internationalen Markt sowie die anstehende Neubestimmung des Verhältnisses von Sendern und unabhängigen Produktionsfirmen.

Streit entzündet sich regelmäßig an der Rolle der BBC. Unter ihrem scheidenden Director General John Birt wurde der oft als behäbige »Auntie« verspotteten »alten Tante BBC« eine Reform verordnet, die vor allem im journalistischen Bereich vielen als zu radikal und zu einseitig von finanziellen Interessen gelenkt erschien und den bekannten BBC-Moderator Jeremy Paxman zur Äußerung veranlaßte, hier werde »mit den Nachrichtenredaktionen umgesprungen, als seien sie eine Wurstfabrik«. Durch eine zu starke Fixierung auf Einschaltquoten glichen sich zudem die BBC-Programme immer stärker denen der kommerziellen ITV an. Die 1994 gegründete BBC Worldwide, die die kommerziellen Aktivitäten der BBC koordiniert, erwirtschaftete 1997-1998 über 75 Millionen Pfund. Langfristiges Ziel ist, rund zehn Prozent des BBC-Gesamtetats über BBC Worldwide zu erwirtschaften.

9.30-10.00 Uhr, Begrüßung
Andreas Hanitsch, Partner, PricewaterhouseCoopers, Düsseldorf

10.00-10.45 Uhr, Keynote
Creative Britain
Gerald Kaufman MP, Chairman, Culture, Media & Sport Select Committee, House of Commons, London

10.45-11.15 Uhr
Das beste Fernsehen der Welt? Facts und Figures zum britischen TV-Markt  Tim Westcott, Westcott Media, London

11.15-11.30 Uhr, Kaffeepause

11.30-12.00 Uhr
Von Lord Reith zum »Adapt or Die«: Die Modernisierung der BBC
Patricia Hodgson CBE, Director of Policy and Planning, British Broadcasting Corporation, London

12.00-12.30 Uhr
Wie modern ist das deutsche Fernsehen ?
Dr. Günter Struve, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, München
Martin Hoffmann, stellv. Programmgeschäftsführer, SAT.1, Berlin

12.30-14.00 Uhr, Mittagspause

14.00-14.30 Uhr
Wie man Pay-TV macht und trotzdem erfolgreich ist: Das Modell BSkyB
Alan Hammill, Partner, PricewaterhouseCoopers, London

14.30-15.00 Uhr
Strategien und Allianzen: Der deutsche Pay-TV-Markt
Dieter Hahn, Geschäftsführer Kirch Media KG, Ismaning

15.00-15.30 Uhr, Kaffeepause

15.30-16.00 Uhr
The Courage to Compete: Großbritanniens unabhängige TV-Produzenten
Shaun Williams, Chief Executive Officer, PACT, London

16.00-17.00 Uhr
Der britische TV Markt – Vorbild für Deutschland ?
Markus Schächter, Programmdirektor, ZDF, Mainz
Dr. Günter Struve, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, München
Andreas Hanitsch, Partner, PicewaterhouseCoopers, Düsseldorf
Hubertus Meyer-Burkhardt, Geschäftsführer Akzente Film- Fernsehproduktion, Hamburg
Jochen Kröhne, Geschäftsführer, tm 3, Grünwald