Der Wert des Fernsehens

  • Montag, 25. Juni 2001 14:00 Uhr

Allerorten wird der Verfall des Mediums beklagt. Nach Jahren des Booms auch auf dem Werbemarkt werden erste Gewinnwarnungen laut: Die Konsolidierung des Fernsehmarktes schreitet voran, vom Ende der fetten Jahre ist die Rede. Wertschöpfung, Downgrading und Konfektionsware sind die Schlagworte der Kritiker, die eine »Monokultur des Fernsehens« prognostizieren. Es ist zu fragen, welchen Wert das Fernsehen angesichts dieser Entwicklung – ökonomisch wie publizistisch – zukünftig haben wird? Wird es im Zuge der technologischen und ökonomischen Entwicklung seinen Stellenwert als gesellschaftliches Leitmedium behalten können?Reality- und Quizformate prägten das Fernsehgeschehen des zurückliegenden Jahres. Vergleichsweise kostengünstig hergestellt, verwiesen sie hochrangige TV-Produktionen auf die Plätze. Während das Zuschauerinteresse ermüdet, fragen Programm-Macher nach dem nächsten Trend. Doch woher kann das Medium überhaupt noch neue Impulse beziehen? What’s next? So drängend wie selten zuvor beschäftigt diese Frage derzeit die TV-Branche nach Retro und Reality. Gibt es ein Comeback des klassischen Fernsehens, oder liegt die Zukunft des Mediums vielmehr in der Kreuzung bereits etablierter Genres?Vertreter international etablierter Fernsehproduzenten werden schildern, wie sie Trends erkennen und Programminnovationen fördern. Einen größeren Bogen sollen Trendforscher und Avantgarde-Theoretiker spannen: Was ist das Neue und wie erkennt man es? »Two is a couple, three is a trend«, sagt die Branche. Aber wie entstehen Trends? Und mit welchen neuen Business-Designs können Unternehmen Innovationen auf die Schliche kommen? Oder können Tendenzen aus angrenzenden Branchen dem Fernsehen Orientierung auf dem Weg in eine prosperierende Zukunft bieten?Vor diesem Hintergrund will die Cologne Conference nach dem gesellschaftlichen Wert des Fernsehens, nach der Qualität des Programmangebots und nach neuen Impulsen für die erfolgreiche Formatentwicklung und Programmierung fragen.

Moderation: Maybrit Illner

14.00Uhr-14.30Uhr, Der Wert des Fernsehens
Bernd Gäbler, Direktor des Adolf Grimme Instituts, Marl

14.30Uhr-15.15Uhr, Podium
Sebastian Turner, Geschäftsführer Scholz & Friends, Berlin
Helmut Brandstätter, Programmgeschäftsführer N-TV, Berlin
Hans Mahr, Chefredakteur / Direktor Information, RTL Television, KölnPatrick Bahners, Medienkritiker, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt/M.
Bernd Gäbler, Direktor Adolf Grimme Institut, Marl

15.15Uhr-15.30UhrPause

15.30Uhr-16.15Uhr, Kurzstatements und Podiumsdiskussion
Innovation, Avantgarde, Trend. Wie Neues entsteht
Dr. PD Niels Werber, Medien- und Avantgardeforscher, Ruhr Universität Bochum
Gabriele Fischer, Chefredakteurin, brand eins, Hamburg
Andreas Steinle, Geschäftsführung, Trendbüro, Hamburg

16.15Uhr-17.00Uhr, What’s next? – Und was machen wir jetzt?
Kurzstatements und Abschlussdiskussion
Séan Kirkegaard, Team Leader of Entertainment Development, Pearson Worldwide Production, London
John Morayniss, Exec. Vice Pres. Alliance Atlantis TV Production, L.A.
Günter Struve, Programmdirektor, ARD, München
Jochen Kröhne, Geschäftsführer, Get on Air GmbH, München