Das FILM FESTIVAL COLOGNE feierte im vergangenen Jahr seine 35. Ausgabe. Seit der Gründung 1991 hat sich die Film- und Fernsehwelt rasant gewandelt: Die Digitalisierung hat Produktion und Distribution von Bewegtbildern revolutioniert, und mit Künstlicher Intelligenz beginnt nun eine neue Ära, die unser Leben – und auch das Kino – noch tiefgreifender verändern könnte.
Auf der anderen Seite: Das Kinoerlebnis hat sich in den letzten hundert Jahren kaum verändert. Weiterhin sitzen wir gemeinsam in Dunkelheit in einem großen Saal und geben uns ganz den bewegten Bildern auf der Leinwand hin. Mit dem Aufstieg zunächst des Fernsehens und dann mit dem Aufkommen von Streamingdiensten mögen dem »Lichtspielhaus« mächtige Konkurrenten erwachsen sein, doch die Zahl der Filmfestivals hat sich in den letzten Jahrzehnten vervielfacht und viele von ihnen erfreuen sich eines großen Publikumszuspruchs – nicht zuletzt auch das FILM FESTIVAL COLOGNE.
Wo sonst kann man auch politische, gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt so konzentriert erleben wie auf einem internationalen Filmfestival – eine Vielfalt, die über die Diversität von Geschlecht, sexueller Orientierung und Hautfarbe hinausgeht, die die Grabenkämpfe der culture wars bestimmen. Das FILM FESTIVAL COLOGNE präsentierte dieses Jahr unter anderem Filme aus Japan und von den Philippinen, aus dem Iran und Nigeria, aus Italien und Island, aus Kolumbien und den USA. Auffällig viele filmisch ungemein souveräne Debütfilme waren dabei, darunter der Gewinner der Goldenen Kamera in Cannes, EIN KUCHEN FÜR DEN PRÄSIDENTENvon Hasan Hadi aus dem Irak, und THE CHRONOLOGY OF WATER, der herausragende erste Langfilm von Hollywood-Star Kristen Stewart – die übrigens gerade einmal ein Jahr älter ist als das FILM FESTIVAL COLOGNE.
Auf der anderen Seite zeigten wir natürlich auch die neuesten Werke etablierter Stars der Festival-Kinowelt, etwa von den Brüdern Dardenne, Paolo Sorrentino oder Kelly Reichardt. Der erfahrenste unter ihnen: der 93-jährige Alexander Kluge, Pionier des Jungen Deutschen Films, Gewinner des Goldenen Löwen in Venedig 1968 und einer der wichtigsten Intellektuellen der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, mit seinem neuen Essayfilm PRIMITIVE DIVERSITY.
Kristen Stewart hat ihr Debüt übrigens auf analogem Super-16mm-Material gedreht, während Alexander Kluge die meisten Bilder seines Films mit Hilfe von künstlicher Intelligenz kreiert hat. Das stellt auf den ersten Blick Klischees über Jung und Alt auf den Kopf; aber zeigt eigentlich nur, dass diese beiden so unterschiedlichen Regisseur:innen sich genaue Gedanken darüber gemacht haben, mit welchen Mitteln sie ihre Inhalte am besten transportieren können: Stewart wählte »organisches« Analogmaterial, um tief in die innere Welt ihrer traumatisierten Protagonistin einzutauchen, Kluge nutzt die Fluidität der KI-Bilder, um seine immer noch wendigen Gedanken und seine beneidenswert lebendige Imagination zu visualisieren. Das ist eine Vielfalt, die das Gegenteil von Beliebigkeit ist. Solch eine Vielfalt suchen wir auch beim FILM FESTIVAL COLOGNE in allen unseren Programmentscheidungen.
Einmal mehr möchten wir dem Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und Chef der Staatskanzlei, der Stadt Köln und der Film- und Medienstiftung NRW danken für die umfassende Unterstützung und zuverlässige Förderung. Unser Dank gilt ebenfalls unseren langjährigen Partnern und Sponsoren, ohne die das Festival ebenfalls nicht möglich wäre.
Und ein besonderes Dankeschön gilt euch, unserem Publikum. Denn ihr füllt das FILM FESTIVAL COLOGNE erst mit Leben.
Das Team des FILM FESTIVAL COLOGNE
und die FFCGN-Redaktion















































































