Manfred Stelzer Preis | Film Festival Cologne
Maria Schrader Stelzer Preis

Manfred Stelzer Preis

Der im Mai 2020 verstorbene Regisseur und Drehbuchautor Manfred Stelzer verband in seinen Filmen auf einmalige Weise subversiven Humor mit lebensnaher Poesie. Manfred Stelzers Komödien mit ihren unverwechselbaren Figuren sind heute noch beispielhaft, weshalb das FILM FESTIVAL COLOGNE auf Initiative von Network Movie zum zweiten Mal diesen Preis zu seinen Ehren verleiht. Der Gewinnerfilm in diesem Jahr ist ICH BIN DEIN MENSCH von Maria Schrader. Nach der Preisverleihung wird der Film gezeigt.

ICH BIN DEIN MENSCH
Regie: Maria Schrader, Produktion: Letterbox Filmproduktion, Verleih: Majestic

Jury:
Bettina Wente, Produzentin, Network Movie, Köln
Ziska Riemann, Regisseurin, Berlin
Klaudia Wick, Journalistin, Berlin
Therese Hämer, Schauspielerin, Köln
Johannes Hensen, Programmleitung, Film Festival Cologne, Köln

Jurybegründung:

Der Manfred Stelzer Preis wird in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben und zeichnet „die besondere“ Komödie aus. Marias Schraders Film ICH BIN DEIN MENSCH ist eine solche besondere Komödie. Ein Film von großer erzählerischer Eleganz. Der Humor so fein gesponnen, dass er leichtfüßig daher tänzelt und doch melancholisch nachwirkt. Eine Komödie über die conditio humana - in all ihrer Unlogik, Ungereimtheit und mit all ihrer Empathie, zu der wir zum Glück immer wieder fähig sind.

Maren Eggerts Figur Alma scheint in dieser Near-Future-Komödie in einer recht ähnlichen Verfassung zu sein wie viele von uns im vergangenen Jahr: Tagsüber funktioniert sie, nachts raucht sie allein auf dem Balkon. So etwas wie »Liebe« gibt es in ihrem Leben nur als steinerne Hieroglyphe, mit der sie sich im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit befasst. Tom, der humanoide Roboter, den Alma auf Beziehungstauglichkeit testen soll, zeigt da von Anfang an deutlich mehr Empathie. Aber fühlt er sie auch? Subjektive Erlebnisaspekte sind bei KIs nach heutigem Wissenstand nicht vorhanden. Sie können allerdings menschliche Emotionen analysieren und mimetisch nachahmen. Er fühlt also nichts. Aber sollten wir einen Roboter einfach im Regen stehen lassen, nur weil er nicht aus Fleisch und Blut ist? Spätestens an dieser Stelle der Filmerzählung sind wir Zuschauer:innen Teil von Jan Schomburgs und Maria Schraders virtuosen Vexierspiels geworden, dass sich um die Frage dreht: wer hat unser Mitgefühl verdient? Nur die, die so sind wie wir oder auch andere, fremde Wesen?

Preisträger:innen der vergangenen Jahre:

2020 DER KÖNIG VON KÖLN (Regie: Richard Huber • Buch: Ralf Husmann • Produktion: Zeitsprung Pictures)